Gebet für verfolgte Christ*innen 19.02.2026
Im Namen des Vaters und des Sohnes…
Herr Jesus Christus, wir denken auch heute wieder an die Menschen, die für ihren Glauben leiden, die für ihre Hoffnung bedrängt werden, die für ihre Treue zu dir sterben.
Nigeria: Die Welle der Gewalt und Entführungen im Norden des westafrikanischen Landes reißt nicht ab. Die katholische Erzdiözese Kafanchan hat die Entführung eines Priesters und die Ermordung von drei Menschen bestätigt. Mindestens 51 Menschen wurden bei Angriffen auf vier verschiedene Dörfer im Bundesstaat Kaduna verschleppt und sechs getötet. Die Angriffe fanden im südlichen Teil des mehrheitlich christlichen Bundesstaates Kaduna statt. Die katholische Erzdiözese Kafanchan hat die Entführung des Priesters bestätigt: Es handelt sich um Nathaniel Asuwaye, Pfarrer der Dreifaltigkeitskirche in Karku im Bezirk Kajuru.
…Jesus, der von den Toten auferstanden ist
Bei einem weiteren Angriff in einem nahe gelegenen Gebiet starben drei Menschen und 38 wurden entführt, darunter ein lokaler Imam und vier Mitglieder seiner Gemeinde. Zwei Menschen sollen auf dem Weg nach Maro entführt worden sein, während die Angreifer Häuser in derselben Ortschaft zerstört haben sollen, die Zahl der Opfer ist in diesem Fall noch unklar. Diese Gewalttaten sind nur die jüngsten in einer Reihe von Vorfällen, nachdem es in den Bundesstaaten Katsina, Kwara und Benue zu Anschlägen gekommen war: Bei letzterem Übergriff gab es insgesamt 47 Opfer, die meisten davon wurden auf dem Markt von Abande getötet, wo Milizen das Feuer auf Händler und Anwohner eröffneten. Nur wenige Tage zuvor war es in den beiden nahegelegenen Dörfern Woro und Nuku in Kwara zu Attacken gekommen, bei denen über 170 Menschen ums Leben kamen. Das nigerianische Rote Kreuz sprach in diesem Fall vom tödlichsten Angriff, der in diesem Jahr in diesem Bezirk an der Grenze zum Bundesstaat Niger verzeichnet wurde.
…Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist
Das Grenzgebiet zum Bundesstaat Niger wird zunehmend von bewaffneten Überfällen, Entführungen und Viehdiebstählen heimgesucht. Während dieses Überfalls setzten die bewaffneten Gruppen auch Häuser und Geschäfte in Brand und verwüsteten die Umgebung. Nach dieser verheerenden Reihe von Angriffen entsandte der nigerianische Präsident ein Bataillon in den Bundesstaat Kwara, wo die Armee kürzlich Operationen gegen terroristische Elemente durchgeführt hatte. Mit einem eindringlichen Appell an die Weltöffentlichkeit und die nationale Regierung hat nun der Klerus der nigerianischen Diözesen Wukari und Jalingo gegen die anhaltende Gewaltwelle im Osten des Landes protestiert.
…Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat
Pater James Yaro, Apostolischer Vikar von Wukari, sprach bei einem Schweigemarsch in der Landeshauptstadt von einem Genozid, der sich gegen die christliche Landbevölkerung richte. Die Bilanz der letzten Wochen ist erschütternd: Über 80 Menschen wurden ermordet, unzählige verletzt. Mehr als 200 Gemeinschaften und Kirchen fielen Flammen und Zerstörung zum Opfer. Über 90.000 christliche Gläubige wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Besonders betroffen ist das Volk der Tiv im Bundesstaat Taraba. Die Angreifer, identifiziert als bewaffnete Fulani-Milizen, schlagen meist nachts zu. Sie töten wahllos, plündern Vorräte und setzen Häuser in Brand. Laut Pater Yaro verfolgen die Angreifer ein klares Ziel: die dauerhafte Landnahme. Die Milizen haben die Kontrolle über ganze Farmen christlicher Familien übernommen. Sie ernten die Erzeugnisse der vertriebenen Gemeinschaften und verfüttern sie an ihre Tiere.
…Jesus, der dich oh Jungfrau in den Himmel aufgenommen hat
Neben den Morden berichtete er von zahllosen Gräueltaten wie Vergewaltigungen und Wegelagerungen, bei denen harmlose Bauern hingerichtet würden. Der Klerus fordert ein sofortiges Ende des Blutbades im Hinterland und verlangt von der Regierung die Mobilisierung adäquater Sicherheitskräfte. Die Situation der 90.000 Binnenflüchtlinge verschärft sich stündlich. Pater Yaro rief Hilfsorganisationen, NGOs und Philanthropen zur Soforthilfe auf. Trotz der Schwere der Vorwürfe endete er mit einem Friedensangebot und forderte traditionelle Herrscher, religiöse Führer, Sicherheitsbehörden und politische Köpfe dazu auf, in einen aufrichtigen und konstruktiven Dialog zu treten. Nur so könne eine dauerhafte Stabilität erreicht werden.
Voller Dankbarkeit haben wir am Montag von der Freilassung der neun Kinder, die vergangene Woche aus einer Missionsstation Bundesstaat Benue entführt worden waren, erfahren. Die sechs Mädchen und drei Jungen wurden in ein Krankenhaus gebracht, um medizinisch versorgt zu werden.
…Jesus, der dich oh Jungfrau im Himmel gekrönt hat
Herr Jesus Christus…
Danke für Euer Mitbeten!